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bird bird

#87 Kommen Haustiere in den Himmel? – Eine Lobrede

July 12, 2016
Q

Nur eine einfache Frage mit fünf Wörtern:

Was ist mit unseren Haustieren?

Und jetzt ein langer Nachsatz:

Ich weiß, dass es VIELE Menschen gibt, die nicht einfach „nur eine Katze“ oder „nur einen Hund“ usw. haben. Sie gehören zur Familie, sind unsere besten Freunde, und dementsprechend lieben wir sie auch ... manchmal auch mehr.

Ohne sie wäre der Himmel irgendwie kein „Himmel“.

Ich würde es sehr wertschätzen, wenn Sie Ihre Gedanken hierzu mitteilen könnten.

Jim

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Dr. Craig

Dr. craig’s response


A [

Ihre Frage kommt in einer ergreifenden Zeit unseres Lebens, Jim, da wir gerade unsere geliebte, 15 Jahre alte Katze Muff verloren haben. Wir fuhren gerade von der Konferenz der Evangelical Philosophical Society in Providence zurück, als wir erfuhren, dass Muff Blut gespuckt hatte und nun zu schwach war, sich zu bewegen. Unsere Haustier-Aufpasser brachten uns bei, dass sie im Sterben lag. Als wir zuhause ankamen, fanden wir Muff in ihrem besudelten Korb vor; sie konnte ihren Kopf kaum anheben.

Wir brachten sie sofort zum Tierarzt und begriffen, dass das Ende nahe war. Die Entscheidung, Muff einzuschläfern, war sicher richtig, aber ich muss sagen, das war die schmerzhafteste Entscheidung, die ich je in meinem Leben getroffen habe. Denn all der Euphemismen, wie „Muff einschlafen lassen“, zum Trotz war mir ganz klar, worum ich den Doktor bat: Ich wies ihn an, Muff zu töten. Als der Tierarzt anfing, das Serum in Muffs Hinterbein zu injizieren, überkam mich ein schreckliches Gefühl der Unumkehrbarkeit dessen, was ich getan hatte. Ich dachte bei mir: „Das will ich nie wieder durchmachen müssen.“ Ich bemerkte aber auch, dass Leid der Preis der Liebe ist. Wenn Sie nie leiden wollen, dann sorgen Sie dafür, dass Sie nie lieben.

Ursprünglich hatten wir uns Muff und ihre Schwester Puff als Kätzchen für unsere beiden Kinder zugelegt. Doch mit der Zeit wuchsen die Kinder heran und gingen aufs College und zogen schließlich weg, und so wurden Muff und Puff unsere eigenen Haustiere. Sie haben vielleicht schon einmal mitbekommen, wie ich Muff in meinen Vorträgen und Debatten erwähnte; beispielsweise um aufzuzeigen, wie albern es ist, den Atheismus als bloße Abwesenheit des Glaubens an Gott zu definieren: Schließlich war Muff eindeutig keine Atheistin, obwohl sie (vermutlich) keinen Gottesglauben hatte. Mit der Zeit hingen Muff und Puff immer mehr an uns. Muff kam abends nach dem Essen immer zu mir, als ich in meinem Sessel fern sah oder Mails auf meinem Laptop las, und sprang neben mich auf den Sessel und schnurrte, als ich sie dann streichelte, oder legte einfach ihren Kopf auf mein Bein und schlief ein. Sie liebte es einfach, dabei zu sein, und war eine liebevolle Gefährtin.

Wir brachten Muff vom Tierarzt nach Hause, und ich grub ein tiefes Loch im Garten und legte sie vorsichtig hinein. Sie war so zusammengerollt, als würde sie schlafen. Ich begrub sie und pflanzte eine Blume auf dem Grab.

Muffs Verlust war mir eine ergreifende Erinnerung daran, dass wir das Leben genießen sollten, jetzt wo wir es haben, und dass wir all die Geschenke Gottes im Leben nicht für selbstverständlich halten sollten. Man weiß nie, wann man sie verliert – ob durch den Verlust eines geliebten Menschen oder durch Krankheit oder Unfälle oder Entbehrungen. Jan erinnert mich oft: „Das hier sind 'die guten alten Tage'!“ Vergessen wir nicht, sie zu genießen, solange wir es noch können.

Werden wir Muff also eines Tages im Himmel wiedersehen? Ich habe absolut keine Ahnung. Aber es ist auf keinen Fall unmöglich. Gott könnte Muff neu erschaffen oder zumindest ein Muff-Duplikat. (Das führt tatsächlich zu sehr interessanten philosophischen Fragen zur Auferstehung der Toten und der Identität über die Zeit hinweg. Bei den Menschen ist die persönliche Identität im bevorstehenden Auferstehungsleben durch das Jenseits gesichert, in das die Seele nach dem Tod kommt.)

Es ist wichtig, sich im Klaren darüber zu sein, dass die jüdisch-christliche Hoffnung auf Unsterblichkeit eine Hoffnung auf eine körperliche Existenz ist, und nicht auf irgendeinen ätherischen Zustand einer immateriellen Seele. Wir werden physische Auferstehungsleiber haben, die einen neuen Himmel und eine neue Erde bewohnen und frei von Tod und Verwesung sind. Warum sollte eine solche neue Schöpfung zusätzlich zu den Menschen nicht mit Pflanzen und Tieren ausgeschmückt sein? Die biblischen Beschreibungen des Königreiches Gottes, gemäß denen der Löwe und das Lamm nebeneinander liegen werden, sind zweifelsohne Metaphern für das Reich des Friedens unter den Menschen, das unter Gottes Herrschaft steht. Genauso sind Beschreibungen des Baum des Lebens, der Früchte bringt, zweifelsohne eine Metapher für das ewige Leben. Doch derlei Beschreibungen können auf jeden Fall mit der Existenz von Pflanzen und Tieren im Eschaton in Einklang gebracht werden. Warum also nicht?

Wenn Gott die neue Schöpfung so ausschmückt, hoffe ich persönlich auf jeden Fall, dass auch Rhinozerosse unter den Tieren sein werden!

(Übers.: J. Booker)

Link to the original article in English: /pets-in-heaven-a-eulogy

- William Lane Craig